zplit.com     
Hotel & Ferienwohnung Nordsee
Nordseeinsel Sylt
Frühe Besiedlung und Hünengräber — der Denghoog in Wenningstedt ist das größte und bekannteste —; nach England abwandernde Angeln und Sachsen; Wikinger und dann, um 700, die ersten Friesen: Sylts Geschichte bis zur ersten Jahrtausendwende entspricht weitgehend jener Föhrs und Amrums, bereits geschildert. Möglicherweise gehörten alle drei Inseln zu jener Zeit noch zum gleichen Landkomplex. Eine Karte von Sylt um das Jahr 1240 zeigt die heutige spillerige Insel von einem riesigen Pfannkuchen festen Landes umgeben. Wenn auch dem Kartographen Johannes Meyer, wie schon an anderer Stelle vermerkt, nicht so recht getraut werden kann, so geben doch die zahlreichen Ortsnamen Zeugnis für reale Überlieferungen ab. Dass die Insel damals wesentlich größer gewesen sein muss, in welcher Form auch immer, steht außer Zweifel. Die heutige Entwicklung zeigt ja eindrücklich genug den ständig fortschreitenden Landverlust. Um 1300 wurde die Insel alten Berichten zufolge "verwüstet und ertränket". In der Allerheiligenflut von 1436 brachen wiederum gewaltige Brocken Land ab. Unter anderem ging das reiche Dorf Eidum seeseitig des heutigen Westerland unter, das daraufhin von überlebenden Eidumern gegründet wurde — immer wieder einen Schritt voraus, zwei zurück. List allein verlor elf Ortschaften; fünfmal verschwand das Dorf Rantum — jedesmal ein anderes — unter Wanderdünen. Der Sand ließ sich nicht festnageln. Er versetzte im 15. und 16. Jahrhundert zusammen mit Sturmfluten der ohnehin kümmerlichen Landwirtschaft der Insel den Todesstoß. Der Heringsfang bildete von nun an die Haupterwerbsquelle der Sylter, die ihrem alten Namen mit dieser Tätigkeit wahrhaft gerecht werden konnten. Neue Landverluste, Überschwemmungen, Sand — und jetzt, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, blieb auch noch der Hering aus! Der Walfang schloss sich als nächstes der Sylter Geschichte an, wenn auch, wie überall, nicht sehr lange. Das eigentliche "goldene Zeitalter" Sylts kam erst in den Jahren 1775 bis 1807, als mehr als die Hälfte der männlichen Bevölkerung zur See fuhr und gutes Geld verdiente. Die Qualitäten Sylter Seeleute waren bei allen handelstreibenden Nationen geschätzt. Die Risiken der damaligen Seefahrt waren enorm: Drei Fünftel aller Sylter gingen mit ihren Schiffen verloren. Andere gerieten in die Gefangenschaft moslemischer Korsaren, wo es ihnen weniger gut ging als dem Amrumer Hark Olufs. Die meisten kehrten, falls überhaupt, erst nach langen Jahren und gegen Zahlung von Lösegeld "uth der Schlawerye" zurück. Nicht, dass man auf Sylt zartfühlender gewesen wäre! Die gleichen rauen Sitten wie an den wilden Maurenküsten herrschten hier, und vielleicht noch schlimmere. Die Strandräuberei war eine Art Volkssport, denn immer wieder trieben manövrierunfähige Schiffe auf die exponierte "Energieküste", wie es heute heißt. Wehe dem Vogt, der das Gesetz allzu eifrig zu vertreten suchte! Anno 1694 hatte Niss Bohn, der Strandvogt von Rantum, sieben Personen wegen Strandraubs angezeigt; wenig später wurde er auf einem Fest erstochen. Die Täter wurden nie zur Verantwortung gezogen. Fünf Jahre danach standen gleich 19 Rantumer vor Gericht, weil sie ein angetriebenes Fass mit 200 Litern französischen Weines kurzerhand ausgesoffen hatten — wer wollte ihnen das verdenken! Kurz darauf konnte sich eine junge Sylterin, im Begriff, ein Butterfass aufs Trockene zu ziehen, des Strandvogts nur dadurch erwehren, dass sie sich entkleidete. Der tugendsame Küstenwächter suchte entsetzt das Weite. 1713 wurde ein Archsumer Schiffer, der sich mit seiner Geldkatze an Land gerettet hatte, erschlagen und verscharrt. Mit den Vögten, die die Belange der dänischen Krone vertraten, standen die Insulaner schon immer auf dem Kriegsfuß. Die Burg Borig bei Tinnum war wahrscheinlich bereits im 9. Jahrhundert gegen säumige Zinszahler angelegt worden, und der Fischer Pidder Lyng, der einen Steuereinnehmer umbrachte, ist als Volksheld in die Inselgeschichte eingegangen. Anno 1799 war man indes schon etwas zivilisierter geworden — oder der Vogt war schneller als die Strandhyänen. Als die Leiche von Daniel Wienholt antrieb, Sohn eines Hamburger Kaufmanns und ertrunken beim Schiffbruch der berühmten Lutine vor Terschelling, wurden die sterblichen Reste in aller Form beigesetzt und die Effekten nach Hamburg geschickt. Heute erinnert eine englischsprachige Tafel an der Tür der Westerländer Kirche an diese Begebenheit. Ein halbes Jahrhundert später begann die Zeit des Seebades. 1851 hatte Theodor Mügge in seinem Roman "Der Vogt von Sylt" die Insel in den Himmel gelobt. Ein Jahr später "kurte" König Christian VIII. bereits dort, 1855 wurde Westerland Seebad. Peu ä peu zogen die anderen Insel- orte nach. Dann wurde Sylt in rascher Folge erschlossen: 1888 Dampfspurbahn Munkmarsch-Westerland, bald darauf Sylter Inselbahn von Hörnum bis List (1970 leider, leider eingestellt), Hindenburgdamm 1927. Und damit kam die ganz große Flut — die touristische. Hoffentlich erweist sie sich auf lange Sicht als segensreicher als diejenigen der Nordsee.
 Länderinfos
 Länderportal
 
Hotelblog
 
Newsletter
 Rund ums Reisen
 Wetter Information
 Mietwagen
 Versicherung
 Impfungen
 Reisewarnungen
 Krankheiten
 Die Schwarze Liste
 Veranstalter AGB´s
 Kontakt | Impressum | AGB | © Touristikpartner 2010