Die 1548 von den Spaniern an der Stelle einer Inkasiecllung
gegründete Stadt (etwa 450 000 Einw.) liegt in einem Talkessel
unterhalb des Altiplano und wird von der Cordillera Real überragt,
die im schneebedeckten Illimani (6440 m), dem Hausberg und
Wahrzeichen von La Paz, gipfelt. Die Stadt ist in den beiden letzten
Jahrzehnten stark modernisiert worden. über dem kanalisierten
Choqueyapu (auch Rio de la Paz genannt) entstanden breite Avenidas.
In der Nähe der Plaza Murillo, an der die Kathedrale und die
Regierungsgebäude stehen, liegen die Hauptgeschäftsstraßen
(Comercio, Potosi und Mercado). Besuc.henswerte Indiomärkte finden
in den Straßen Sagärnaga und Santa Cruz de la Sierra statt, ferner
sonntags vor der barocken Kirche San Francisco, vor der sich Ende
Januar das große Maskenfest der Indios, die Diablada, abspielt.
Nordöstlich der Avenida 16 de Julio, der Prachtstraße von La Paz,
befindet sich das Museo Nacional de Arqueologia „Tiwanacu" mit
Gegenständen aus der Zeit der Tiahuanaco-Kultur. Der Platz vor dem
Stadion Hernando Siles ist als Archäologisches Freilichtmuseum
eingerichtet (Steinplastiken aus vorspanischer Zeit) Tiahuanaco und
der Titicacasee. 71 km westlich von La Paz liegt die etwa 450 000 qm
große Ruinenstätte Tiahuanaco, dass einstige Zentrum der
gleichnamigen Kultur, die von etwa 500 bis 1000 n. Chr. geblüht hat.
Der eindrucksvollste Teil des Ruinenfeldes ist die Calasasaya, eine
mächtige Steinsetzung, zu der Statuen und vor allem das berühmte
Sonnentor (Puerta del Sol; siehe Bild) gehören. Über Guaqui erreicht
man Copacabana, das auf einer Halbinsel im südlichen Teil des
Titicacasees (3812 m ü. M.; 8100 qkm groß) liegt. In diesem Ort
steht das Santuario de la Virgen Morena del Lago, das Heiligtum der
Schwarzen Muttergottes vom See, dessen Gnadenbild Anfang August das
Ziel von Tausenden von Pilgern besonders aus Peru und Bolivien ist.
Das religiöse Fest ist zugleich ein einzigartiges folkloristisches
Ereignis. Sorata liegt in einem freundlichen, stillen Tal am Fuß des
Illampu, eines der höchsten Berge der bolivianischen Anden. Es ist
etwa 150 km von La Paz und nur rund 20 km vom Ostufer des
Titicacasees entfernt. Der nur 2670 m hoch gelegene Ort (gutes Hotel
mit Schwimmbad) bietet sich zu einer erholsamen Unterbrechung eines
Aufenthalts in La Paz an. Yungas. Bei den Yungas hadelt es sich um
tropisch warme Gebiete, die an den Osthängen des ostbolivianischen
Berglandes gelegen sind. Durch tief in das Gebirge eingeschnittene
Täler, durch urwaldartige Landschaften, vorbei an Wasserfällen kommt
man zunächst nach Coroico (1740 m; 95 km oder 3'h Autostunden von La
Paz entfernt), dann nach Chulumani (1600 m; 120 km oder 4
Autostunden von La Paz) und schließlich nach Caranavi (600 m; 169 km
oder 5 Auto-Tiahlianaco: Sonnentorstunden von La Paz). Auf dieser
Fahrt lernt man eine immer exotischer werdende Vegetation kennen.
Der Ausflug erfordert mehrere Tage; Hotels sind in den drei
genannten Orten vorhanden.