Lage: Bolivien ist ein südamerikanisches Binnenland. Es wird im
Norden und Osten von Brasilien, im Süden von Paraguay und
Argentinien und im Westen von Chile und Peru begrenzt. Das Reiseziel
Bolivien zählt zu den Andenländern. Das Kernstück der bolivianischen
Anden ist der Altiplano, eines der größten abflusslosen Hochländer
der Erde, mit dem zum größeren Teil zu Peru gehörigen Titicacasee
und den Ruinen von Tiahuanaco. Das anschließende ostbolivianische
Bergland bildet den wirtschaftlich wichtigsten und den am stärksten
bevölkerten (fast alle größeren Städte liegen hier) Teil Boliviens.
An den Osthängen des Berglandes liegt die Yungasregion (vorwiegend
tropische Urwälder). Der Osten des Landes, und zwar rund zwei
Drittel des Staatsgebiets, gehört zum Amazonastiefland, das
verkehrsmäßig und wirtschaftlich allmählich erschlossen wird. Alle
touristisch wichtigen Orte Boliviens liegen in den zuerst genannten
Gebirgslandschaften in Höhen zwischen 3000 und 4000 m. Das gilt auch
für die Regierungsstadt La Paz, die mit 3657 m die am höchsten
gelegene Großstadt der Erde ist. Diese Höhenlage macht den
Aufenthalt für Kurzbesucher recht beschwerlich. Um sich vor der
durch die dünne Luft verursachten Andenkrankheit (Soroche) zu
schützen, empfiehlt es sich, die ersten Tage des Aufenthalts viel zu
ruhen. Die Einheimischen bauen gerade in diesen Höhen die Erze
(besonders Zinn) ab, deren Ausfuhr für die bolivianische Wirtschaft
von höchster Bedeutung ist. Reisewege: Die Hauptstadt La Paz ist von
Frankfurt/Main aus im Direktflug zu erreichen (20 Stunden).
Staatsform: Bolivien ist eine präsidiale Republik mit einem aus zwei
Kammern bestehenden Parlament. In den letzten Jahren hatte das
Militär starken Anteil an der Bildung der jeweiligen Regierung. Das
Land ist in neun Departamentos mit insgesamt 87 Provinzen
gegliedert. Bevölkerung: 5910 Indios stehen etwa 31% Mestizen und
gut 1490 Weißen (vorwiegend spanischer Abstammung) gegenüber. Die
Landessprache ist Spanisch. Die Umgangssprachen der Hochlandindios
sind immer noch die Indiodialekte Ketschua (zwei Drittel) und Aimara
(ein Drittel). Die Bevölkerung ist bis auf kleine protestantische
und jüdische Minderheiten katholisch, jedoch leben bei den Indios
noch religiöse Vorstellungen aus vorspanischer Zeit fort.
Verkehrseinrichtungen: La Paz ist durch Autobuslinien mit einigen,
durch Eisenbahnlinien mit vielen und durch Fluglinien mit allen
wichtigen Städten des Landes verbunden. Speisen: Eine bolivianische
Spezialität sind die Picantes, sehr stark gepfefferte Gerichte,
deren Hauptbestandteil Huhn oder Krabben sind. Feiertage: Neujahr;
drei Karnevalstage; 1. Mai; Fronleichnam; 5.-7. August; 12. Oktober;
1. und 2. November; erster Weihnachtstag. Kleidung:
Übergangskleidung ist angebracht, sogar das eine oder andere warme
Kleidungsstück kann von Nutzen sein. In La Paz ist es morgens und am
Spätnachmittag immer recht kühl.