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	<description>Hotel &#38; Ferienwohnung Nordsee</description>
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		<title>Ausflug zum Högklint</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 04:26:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Högklint erreicht man, wenn man kurz hinter Visby von der Straße 140 in den entsprechend ausgeschilderten Weg nach rechts einbiegt. Dieser führt auf einer schmalen und kurvenreichen Straße, die aber immer nach &#8220;Högklint&#8221; ausgeschildert ist, nach ca. 3 km zu einem Parkplatz am Rande des Högklint-Naturschutzgebietes. Eine  der größeren Grotten am Klippenhang wird Räuber-Liljas-Höhle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Das Högklint erreicht man, wenn man kurz hinter Visby von der Straße 140 in den entsprechend ausgeschilderten Weg nach rechts einbiegt. Dieser führt auf einer schmalen und kurvenreichen Straße, die aber immer nach &#8220;Högklint&#8221; ausgeschildert ist, nach ca. 3 km zu einem Parkplatz am Rande des Högklint-Naturschutzgebietes. Eine  der größeren Grotten am Klippenhang wird Räuber-Liljas-Höhle (Rövar Liljas häla) genannt, da sie einst gelegentlicher Zufluchtsort des Räubers Jonas Nilsson Lilja aus Smäland gewesen ist. Dieser wurde 1710 geboren und machte sich schon in jungen Jahren als Gesetzesbrecher bekannt. <span id="more-1015"></span>Von der Exekutive verfolgt, flüchtete er auf die Insel, wo er sich als gemeiner Soldat vom gotländischen Artilleriebataillon, das damals kaum Rekruten gewinnen konnte, anwerben ließ. Es dauerte aber nicht lange, bis er wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet und 1754 zum Tode durch Hängen verurteilt wurde. Seine Strafe wurde allerdings in lebenslängliche Haft umgewandelt. Er starb schließlich an Skorbut in der Festung Carlsten in Marstrand. Die Erinnerung an ihn ist aber weiterhin mit dieser Klippenpartie verbunden. Außerhalb des Naturschutzgebietes befindet sich eine recht große Anzahl im Wald verstreut liegender Sommerhäuser. Vergleicht man die Westküste mit derjenigen im Osten, so erkennt man einen deutlich anderen Charakter. Im Profil betrachtet, scheint die Insel von Westen nach Osten umgekippt zu sein. Die Ostküste ist flach, buchtenreich und mit vielen kleineren Häfen und ausgedehnten Sandstränden versehen, die sich gewöhnlich dort gebildet haben, wo mehr oder weniger große Bäche aus dem Inselinnern ihre feinkörnigen Sedimente abgelagert haben. Kleinere Nehrungen und Lagunen sind allenthalben anzutreffen, was besonders für die Tjäldervik (ca. 10 km südlich von Slite) eilt. Hier mündet der längste Wasserlauf Gotlands, Gothemsän; es gibt hier sehr schöne Bademöglichkeiten an einem meist flachen Sandstrand. Oft reichen Wälder und Wiesen bis direkt an das Wasser. Auch die Ostküste besitzt viele schöne Raukargebiete, die hier allerdings durch ihre Kontrastierung der sanften Landschaft weit besser zur Geltung kommen als an der Westküste, wo sie einer schon dramatischen Küstenformation &#8220;nur&#8221; eine letzte Ausprägung geben.</p>
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		<title>DSie Küste</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 05:14:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gotländische Küste ist sehr abwechslungsreich und erstreckt sich (einschließlich der für den ausländischen Inividualreisenden gesperrten Gebiete von Färö und Gotska Sandö im Norden) über rund 650 km, was ungefähr der Strecke von Stockholm bis nach Malmö entspricht. Die Westküste ist vor allem durch die steil abfallenden, weißen Kalkklippen (Klint) und den vorgelagerten schmalen Küstensaum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die gotländische Küste ist sehr abwechslungsreich und erstreckt sich (einschließlich der für den ausländischen Inividualreisenden gesperrten Gebiete von Färö und Gotska Sandö im Norden) über rund 650 km, was ungefähr der Strecke von Stockholm bis nach Malmö entspricht. Die Westküste ist vor allem durch die steil abfallenden, weißen Kalkklippen (Klint) und den vorgelagerten schmalen Küstensaum aus Steinfeldern, Strandwiesen und Sanddünen geprägt.<span id="more-1012"></span> Sie wird in ihrem nordwestlichen und südlichsten Teil zusätzlich durch die pittoresken Raukargebiete in ihrem schroffen Charakter verstärkt. Es gibt hier keine vorgelagerten Schären oder Holme wie auf der Ostseite; von Högklint bis Hallshuk kaum Buchten, sondern lediglich eine leicht geschwungene Uferlinie. Südlich von Högklint gestaltet sich die Westküste allmählich weniger dramatisch. Hier gehen die Ufer allenthalben verstärkt zurück, und in den kleinen Buchten, in die mitunter einer der wenigen Bäche aus dem Inselinnern mündet, findet man weite Dünen aus hellem, feinem Sand. Diese Formation reicht bis zu der großen Einbuchtung von Burgsvik. Bei Tof ta befindet sich der größte zusammenhängende Sandstrand der Insel überhaupt. Im Süden hat die Westküste eine kaum noch zu überbietende Dramatik: Steil abfallender, schroffer und zerklüfteter Kalkfels und ins Meer hinausragende Raukar. Sie stehen an manchen Stellen nicht nur im Strandbereich sondern ebenfalls einige hundert Meter das Land hinauf, wurden vor Jahrtausenden geformt und seitdem von Wind und Wetter zernagt, durchlöchert und ausgehöhlt. Sie sind Überreste der Küstenlinien ehemaliger Entwicklungsstadien der Ostsee, wo sie im Brandungsbereich als Riffe erhalten blieben. Heute stehen sie allein oder in Gruppen und bieten durch ihre oft skurrilen Ausformungen, die an Menschen- oder Tiergestalten, nicht selten an Fabelwesen erinnern, vielerlei Anregungen für die Phantasie des Betrachters. Dort, wo sie landeinwärts stehen, zeigen sie dem geologisch Interessierten überdies an, wo einst die Küstenlinie verlief. Von der Arbeit des Meeres künden auch die mancherorts steil in die See abfallenden Kalkklippen. Das Högklint südlich von Visby zeigt dies auf besonders eindrucksvolle Weise. Dieser in mehreren Terrassen, die viele dereinst von der See ausgespülten Höhlen und Nischen aufweisen, überstehende Klintabbruch, ragt imposant rund 50 Meter über dem Wasserspiegel auf und bietet von seiner Spitze aus einen großartigen Ausblick nach Süden auf Ostsee und Küstenlinie und nach Norden auf die Stadt Visby. Dieser Küstenabschnitt ist vor allem am späten Nachmittag (bzw. frühen Abend während der Sommermonate), wenn die sinkende Sonne die Szenerie besonders prägnant ausleuchtet, sehr eindrucksvoll.</p>
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		<title>die Natur</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 05:17:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Natur fragt nicht, wann und woher ein bestimmter Schadstoff kommt, sie reagiert nur darauf, und das tut sie kompromisslos. Und wenn Politiker und Industrie in diesem Stil weitermachen, dann sind die Küstenzonen der Nordsee vom Aussterben bedroht. Wie langsam Reaktionen selbst auf Umweltstörungen mit katastrophalen Folgen eintreten, zeigt noch einmal das Beispiel der Quecksilbervergiftungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Natur fragt nicht, wann und woher ein bestimmter Schadstoff kommt, sie reagiert nur darauf, und das tut sie kompromisslos. Und wenn Politiker und Industrie in diesem Stil weitermachen, dann sind die Küstenzonen der Nordsee vom Aussterben bedroht. <span id="more-999"></span>Wie langsam Reaktionen selbst auf Umweltstörungen mit katastrophalen Folgen eintreten, zeigt noch einmal das Beispiel der Quecksilbervergiftungen in der japanischen Minamata-Bucht. 17 Jahre vergingen zwischen dem Zeitpunkt, an dem zuerst quecksilberhaltiges Abwasser in die Bucht eingeleitet wurde, und der Beobachtung neurologischer Störungen bei den Opfern. Weitere drei Jahre verstrichen, bevor das Quecksilber als Krankheitsursache identifiziert wurde, und noch einmal 14 Jahre vergingen, bis das Chemiewerk für verantwortlich erklärt und dazu verurteilt wurde, den Opfern und ihren Familien Schadenersatz zu leisten. Etliche Jahre werden noch vergehen, bis alle Folgeerscheinungen dieser Vergiftung beseitigt sein werden, falls das überhaupt möglich ist. Wenn Massnahmen gegen eine derartige Umweltvergiftung erst Jahrzehnte später erfolgen, wie lange wird es dann dauern, bis die Nationen der Welt reagieren, wenn festgestellt würde, dass sich die Weltmeere langsam zu Müllkippen entwickelten? Das Problem liegt gar nicht so sehr bei den Dünnsäure- oder Klärschlammverklappungen, die ohnehin entweder schon einge-stellt sind oder in einigen Jahren verschwunden sein werden. Das Hauptproblem sind die industriebesiedelten Flüsse, die immense Mengen an Schadstoffen in die Nordsee hereintragen. Die Flüsse können nicht gerettet werden, solange eine Partei die Schuld auf die andere schiebt. Das geschieht am Rhein, das geschieht an der Elbe, es geschieht einfach überall. Die Industrie arbeitet nach eigenen Angaben perfekt sauber und bekennt sich nicht schuldig. Im Zweifelsfall ist es für die Elbe die DDR oder die Tschechoslowakei, die für die Schadstoffbelastung verantwortlich sind. Auf dem Rhein sind es die Holländer und die Franzosen, die wiederum sagen, es seien die Deutschen, die den Rhein verdrekken. Jeder schiebt die Schuld auf den anderen, und was dabei auf der Strecke bleibt, ist das eigentliche Opfer, der Fluss und schliesslich die Nordsee. Eine andere enorme Bedrohung der Nordsee-Natur ist natürlich die ständig wachsende Gefahr einer Tankerkatastrophe. Man kann dieses Spiel nicht beliebig lange fortsetzen. Irgend- wann ist der Zeitpunkt erreicht, wo das Meer umkippt und alles Leben erstirbt. Wenn der Anfang dazu gemacht ist, wenn also das Leben auf, in und über dem Meer rapide zurückgeht, dann ist wahrscheinlich nichts mehr zu retten. Umweltschutz kostet Geld. Und wenn sich die europäischen Nordseeanrainerstaaten noch in einer Phase ökonomischer Pro- sperität befunden hätten, wie beispielsweise Anfang der siebziger Jahre, dann hätte man zumindest theoretisch in den Umweltschutz investieren und einiges verhindern können — ein gewisses Bewusstsein, das damals noch lange nicht entwickelt war, wie es heute ist, vorausgesetzt. In einer Zeit grosser Etatkürzungen und Haushaltsdefizite aber rangiert der Umweltschutz hintenan. Es ist die Grundhaltung des Menschen, die die Natur so sehr bedroht. Wir müssen nicht versuchen, uns gegenseitig zu betrügen. Wenn eine Chemiefabrik sagt, dass ihre Abwässer nicht meerwasserbelastend sind und das auch anhand von Gutachten belegen kann, so hat sie für ihren kleinen Teilbereich gewiss recht. Eine andere Fabrik sagt das gleiche, und genauso noch etliche andere. Und in der Tat sind ihre Schadstoffe, isoliert</p>
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		<title>Übereinkommen der Meeresverschmutzung</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 05:09:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das »Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung  vom Lande aus« (Pariser Konvention von 1974) ist auch als  »Küstengewässerschutzkonvention« bekannt. Es erstreckt sich auf die  Nordsee, den Nordostatlantik, Teile des Eismeeres bis zur Barents-See.  Es gilt aber auch für das Wattgebiet und für Flüsse bis zur  Süsswassergrenze. Die Bundesrepublik Deutschland ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Das »Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung  vom Lande aus« (Pariser Konvention von 1974) ist auch als  »Küstengewässerschutzkonvention« bekannt. Es erstreckt sich auf die  Nordsee, den Nordostatlantik, Teile des Eismeeres bis zur Barents-See.  Es gilt aber auch für das Wattgebiet und für Flüsse bis zur  Süsswassergrenze. Die Bundesrepublik Deutschland ist dieser Pariser  Konvention bisher noch nicht beigetreten, und zwar nicht, weil sie  Vorbehalte gegen den Inhalt des Übereinkommens hätte, sondern weil der  Bund und die Länder Verschärfungen der Verschmutzungskontrolle erwägen. <span id="more-1008"></span>Die Pariser Konvention enthält eine »Schwarze Liste« und eine »Graue  Liste«, Stofflisten, die nach Beständigkeit, Giftigkeit oder sonstiger  Gefährlichkeit und Tendenz zur biologischen Anreicherung unterteilt  sind. Bemerkenswert ist, dass die Stoffe der »Schwarzen Liste« laut der  Pariser Konvention nicht etwa einem Einbringungsverbot unterliegen,  sondern lediglich einer besonders strengen Kontrolle der Einbringung. Zu  diesen Stoffen gehören: Organische Halogenverbindungen, Quecksilber und  Quecksilberverbindungen, Ca€ium und Ca€iumverbindungen, beständige  Kunststoffe und aus Erdöl gewonnene Öle und Kohlenwasserstoffe.  Grundsätzlich dürfen diese Stoffe also, wenn auch unter strenger  behördlicher Aufsicht, eingeleitet werden. Dass solche Übereinkommen für  den Umweltschutz der Nordsee praktisch bedeutungslos sind, liegt nahe,  zumal in diesem Pariser Übereinkommen Sanktionen für den Fall der  Zuwiderhandlung nicht vorgesehen sind. Die behördliche Kontrolle hat  sich, mit wenigen Ausnahmen, auch als wirkungslos erwiesen, da die  staatlichen Prüfer ihre Kontrollen durchweg vorher ankündigen und der  einleitende Industriebetrieb dadurch Gelegenheit hat, seine Abwässer auf  das erlaubte Mass einzustellen. Ausserdem finden diese Kontrollen im  allgemeinen während der Dienstzeiten statt, so dass die Betriebe sich  mindestens nachts oder während der Feiertage ihrer überschüssigen  Abwässergifte entledigen können. Die Wasserschutzpolizei in Wilhelmshaven hat unangekündigt bei Nacht und  Nebel an Feiertagen von Abwässern aus Industriebetrieben an der Jade  Proben genommen und sie zur Analyse in ein Labor in Oldenburg geschickt.  Das Ergebnis war, dass sich in dem unerwartet kontrollierten Abwasser  Schadstoff mengen befanden, die die erlaubte Höchstgrenze um bis zu 1000  Prozent überschritten. Die Frage muss erlaubt sein, welchen Sinn in  iesem Zusammenhang noch die kompliziert und zeitaufwendig ausgehandelten  internationalen übereinkommen haben können. Es sind im wesentlichen die  Industrie und die Politiker, die dringend umdenken müssen. Solange es  noch kein wirksames Umweltrecht gibt, werden auch die noch so ernst  klingenden Beteuerungen der etablierten Parteien, sich für den Umwelt-  schutz stark zu machen, nichts nützen. Die Rechtsprechung besteht  gegenwärtig noch auf einer lückenlosen Beweiskette, dass ein bestimmter,  in die Nordsee eingeleiteter Schadstoff bei Fischen oder Vögeln präzise  zu beweisende Schäden hervorruft. Dieser Nachweis wird aber aus den  beschriebenen Gründen niemals möglich sein</p>
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		<title>der schaden der Nordsee</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 16:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für den grössten Teil der Nordsee kann vorausgesagt werden, dass die  wesentlichen Regulationsfunktionen des Meeres in den kommenden 20 Jahren  keine einschneidende Veränderung erfahren werden. Dies gilt vornehmlich  für den nördlichen Teil der Nordsee, der einerseits erheblich weniger  Schadstoffeinleitungen zu verkraften hat, andererseits auch im  Zufuhrbereich von frischem Atlantikwasser liegt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Für den grössten Teil der Nordsee kann vorausgesagt werden, dass die  wesentlichen Regulationsfunktionen des Meeres in den kommenden 20 Jahren  keine einschneidende Veränderung erfahren werden. Dies gilt vornehmlich  für den nördlichen Teil der Nordsee, der einerseits erheblich weniger  Schadstoffeinleitungen zu verkraften hat, andererseits auch im  Zufuhrbereich von frischem Atlantikwasser liegt. <span id="more-1004"></span>Der Südteil der Nordsee und hier besonders der Küstenbereich ist  hingegen stark bedroht. Der geringe Wasseraustausch und die durch  Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren noch  zunehmende Verschmutzung durch industrielle und kommunale Abwässer  führen dazu, dass das Seewasser seine selbstreinigende Fähigkeit in  steigendem Masse verliert und der Sauerstoffentzug den Lebensraum in den  Flussmündungsberei- chen und den Küstenfeuchtregionen zerstört. Der  Lebensraum Nordsee wird gegenwärtig von keiner Behörde, noch nicht  einmal von einer einheitlichen, zielgerichteten Strategie der Anrainer-  Bevölkerung ausreichend geschützt. Auf dem Festland lassen sich Naturschutzzonen festlegen, die von  Umweltbelastungen weitgehend verschont gehalten werden können. Auf dem  Meer ist dies nicht möglich, denn hochgradig mit Pestiziden, die dem  chemischen und physikalischen Abbau gegenüber resistent sind, belastetes  Wasser aus Flussmündungsbereichen vermischt sich nach und nach mit  dem weniger belasteten Wasser. Chemikalien, Metalle und  Erdölschadstoffe, die durch den Rhein ins Meer transportiert werden,  verdriften in nördlicher Richtung und verschmutzen das Wattgebiet der  »Waddenzee« in den Niederlanden, die Schmutzlast der Elbe strömt in den  Flussmündungsbereich und wird von dort aus in die deutschen Wattgebiete  getragen. Willkürlich gezogene Grenzen erkennt die Nordsee nicht an. Inwieweit der Verlauf von Mündungsbereichen und Küstenf euchtgebieten  als Laichplatz für Fische sich auf die Fischfangerträge auswirkt, lässt  sich nicht abschätzen. Sicher ist aber, dass die wahrscheinlich grossen  und kontinuierlichen Verluste den Nordseefischen erheblichen Schaden  zufügen werden. Die Fischfangerträge werden sich auf lange Sicht gesehen  aus Arten niederer trophischer Stufen zusammensetzen, von denen immer  weniger für den menschlichen Verbrauch geeignet sein werden und immer  mehr zu Tierfutter und Düngemitteln verarbeitet werden müssen. Eine einschneidende Veränderung, die für das Leben in den  Küstenbereichen der Nordsee dringend notwendig wäre, ist nicht in  Aussicht, zumal das Marschland in den Nordseeküstenzonen vorrangig als  Industrieansiedlungsgebiet angesehen wird. Der Bau von weiteren  Raffinerien, Kraftwerken, Chemiefabriken und Deichen an der Nordseeküste  ist geplant. Küstenzonen und Marschen tragen die Hauptlast der für die  Umwelt oft zerstörerischen Folgeerscheinungen der wirtschaftlichen  Erschliessung. Es gibt elf internationale Übereinkommen zur Verhütung  von Meeresverschmutzungen. Sechs von ihnen beziehen sich auf sämtliche  Meere weltweit, zwei auf den Nordatlantik (einschliesslich Nordsee), und  lediglich ein Abkommen besitzt allein für die Nordsee Gültigkeit (Bonn,  1969). Es sieht jedoch nur die Bekämpfung von Ölverschmutzungen vor.  Ein weiteres Abkommen, das 1976 in London beschlossen wurde, ist noch  nicht in Kraft. Es beinhaltet die zivilrechtliche Haftung bei  Ölverschmutzungsschäden, die sich aus der Erforschung und Ausbeutung von  Naturschätzen des Meeresbodens ergeben.</p>
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		<title>Die Nordsee</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:14:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Antwort auf diese Frage kann weder ein klares Ja noch ein klares  Nein enthalten. Zu viele verschiedene Komponenten spielen eine Rolle,  als dass man sagen könnte, wie viele Schadstoffe die Nordsee noch  verkraften kann. Fest steht, dass die Nordsee das fischreichste Meer der Erde ist,  gleichzeitig aber von sieben hochindustrialisierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Antwort auf diese Frage kann weder ein klares Ja noch ein klares  Nein enthalten. Zu viele verschiedene Komponenten spielen eine Rolle,  als dass man sagen könnte, wie viele Schadstoffe die Nordsee noch  verkraften kann. Fest steht, dass die Nordsee das fischreichste Meer der Erde ist,  gleichzeitig aber von sieben hochindustrialisierten Nationen umsäumt  wird, die die Nordsee alle in mehr oder weniger grossem Umfang als  »Müllkippe« benutzen.<span id="more-1001"></span> Ausserdem führt der meistbefahrene  Schiffahrtsweg der Welt über die Nordsee von Dover bis zur Elbmündung.  Darüber hinaus ist nahezu die gesamte Fläche der Nordsee ein riesiges  Industriegebiet für die untermeerische Erdölförderung. Die Bohr- und  Förderplattformen stehen im Englischen Kanal, vor der britischen und der  niederländischen Küste bis hinauf zum nördlichen Ausgang der Nordsee  zwischen den Shetland-Inseln und Norwegen.<br />
Mindestens der Bereich der südlichen Nordsee muss zudem fast als  Binnenmeer angesehen werden. Die Öffnung nach Süden zum Englischen Kanal  ist relativ klein, und der Wasseraustausch in den südlichen Gebieten  durch den Kanal ist sehr viel geringer als durch die Norwegische Rinne,  wo dem Nordseewasser frisches Atlantikwasser zugeführt wird. über den  Nordausgang der Nordsee, durch die Norwegische Rinne und durch den Fair  Isle Current zwischen Schottland und den Shetland-Inseln gelangt  jährlich etwa eine Menge von 60 000 Kubikkilometern frisches  Atlantikwasser in das Nordseewasser. Allerdings steht hiervon nicht die  Gesamtmenge für den Wasseraustausch der Nordsee zur Verfügung, da diesen  Strömungen etwa 500 Kubikkilometer Ostseewasser beigemischt werden und  sie zum Teil die Nordsee entlang der norwegischen Küste wieder  verlassen. Demgegen- über fliesst durch den Englischen Kanal nur etwa  eine Menge von 3400 Kubikkilometern zu. Ausserdem nimmt der Grad der  Industrialisierung von Norden nach Süden zu. Ist der relativ  grossflächige Bereich der nördlichen Nordsee nur von dem Anrainerstaat  Norwegen betroffen, so sind es im mittleren und südlichen Bereich alle  sechs übrigen Anliegerstaaten Frankreich, Belgien, Grossbritannien, die  Niederlande, die Bundesrepublik Deutschland und Dänemark, die die  Nordsee als Abfalldeponie benutzen. In der südlichen Nordsee liegen die  Verklappungs- und die Verbrennungsgebiete, und vor allem münden  sämtliche Industrieflüsse, der Rhein, die Ems, die Jade, die Weser, die  Elbe und die Themse mit einer enormen Schmutzwasserfracht in diesen  Bereich der Nordsee. Hinzu kommt, dass der vertikale Wasseraustausch, die Durchmischung des  Nordseewassers vom Meeresboden bis zur Wasser- oberfläche durch  Salzgehaltschwankungen und Temperaturun- terschiede erheblich  eingeschränkt wird. Das wirkt sich gerade in dem besonders belasteten  Gebiet im Süden, wo auch der horizontale Wasseraustausch nicht sehr  gross ist, ausserordentlich negativ aus. Denn: Geringer Wasseraustausch  bedeutet geringe Durchmischung, Verteilung und Verdünnung von  eingebrachten Schadstoffen. Berechnungen über die Zeit, die ein Wasserkörper der Nordsee braucht, um  durch Strömungen die Nordsee wieder zu verlassen, sind ungeheuer  schwierig. Rein rechnerisch ergibt sich bei den gemessenen zufliessenden  Wassermengen und bei einem Gesamt- wasservolumen von 43 000  Kubikkilometern eine Verweildauer von etwas über einem halben Jahr.  Diese Zeitangabe ist jedoch unrealistisch, da in bestimmten Teilen der  Nordsee, zum Beispiel in der Deutschen Bucht um Helgoland, ein  Wasserkörper sehr viel länger, mindestens einige Jahre benötigt, um die  Nordsee wieder zu verlassen. Das bedeutet, dass Wasserteile, die an der  Küste mit Schadstoffen belastet werden, die grösste Verweildauer  aufweisen. Hinzu kommt, dass sowohl an der britischen als auch an der  kontinentalen Küste verschmutzte Wasserteile vorzugsweise entlang der  Küste bewegt werden, dass also auch der Wasseraustausch von den stark  beschmutzten Küstenregionen zur Mitte der Nordsee noch erschwert wird.  Dies ist besonders wichtig im Hinblick darauf, dass der Küstenstreifen  die »Kinder- stube« von fast allen Nordseefischen ist.</p>
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		<title>Flugverkehr an der Nordsee</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 09:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein weiterer Störfaktor für die Vogelwelt ist der Flugverkehr. Es spielt dabei keine Rolle, ob es die private oder die militärische Fliegerei ist. Beide Bereiche haben in der letzten Zeit erheblich zugenommen. Mehrmals am Tage hört man das penetrante Heulen eines herannahenden Düsenjägers, bevor man ihn überhaupt erkennen kann. Donnert er dann mit ohrenbetäubendem Krach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Störfaktor für die Vogelwelt ist der Flugverkehr. Es spielt dabei keine Rolle, ob es die private oder die militärische Fliegerei ist. Beide Bereiche haben in der letzten Zeit erheblich zugenommen. Mehrmals am Tage hört man das penetrante Heulen eines herannahenden Düsenjägers, bevor man ihn überhaupt erkennen kann. Donnert er dann mit ohrenbetäubendem Krach im Tiefflug über das Wattgebiet, <span id="more-997"></span>gehört es schon zum gewohnten Bild, dass grosse Vögelschwärme, die auf dem Wattboden nisten, durch den Fluglärm aufgeschreckt werden. Auch die zivile Luftfahrt, und hier hauptsächlich die kleineren Sportmaschinen, nehmen oft wenig Rücksicht auf die als Luftsperrgebiet ausgewiesenen Naturschutzgebiete. Oft gehen sie zudem noch unter die minimale Flughöhe von 500 Fuss (150 Meter), um den herrlichen Blick auf das Wattgebiet zu geniessen. Bei den relativ langsam fliegenden Sportflugzeugen ist es dann auch ziemlich einfach, die Registriernummer zu erkennen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Das ist bei Überschallflugzeugen natürlich nicht möglich. Aber die Luftwaffe ist bei diesen Fragen zumeist einsichtig und unterlässt Übungsflüge über den gefährdeten Gebieten, jedenfalls zur Brutzeit. Hinzu kommt als Störfaktor noch das Marine-Schiessgebiet in der Meldorfer Bucht. Dort wird fast täglich geschossen. Da diese Gegend jedoch nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, kann man gegen die Schiessübungen wenig unternehmen. Strandläufer, Ringelgänse und Graugänse schrecken jedesmal von neuem auf und gehen buchstäblich »in die Luft«, wenn in der .Meldorfer Bucht die Schüsse fallen, oder wenn ein Düsenjäger selbst in einem Abstand von einigen Kilometern über das Watt heult. Obwohl der Vogelbestand, von einigen Ausnahmen abgesehen, an der Küste grundsätzlich nicht abnimmt, haben die Vogelschützer grosse Sorgen. Es ist inzwischen erwiesen, dass die Meeresvögel mit Pestiziden und Schwermetallen stark belastet sind. Eine sichtbare Wirkung dieser Schadstoffe ist bisher allerdings noch nicht eingetreten. Wenn diese Wirkung aber eintreten sollte, dann ist es bereits zu spät. Die Glaubwürdigkeit ihrer Argumente ist für die Vogelschützer das grösste Problem. Viele Menschen nehmen ihnen nur dann ihre Erkenntnisse ab, wenn sie genau nachweisen können, dass durch diese oder jene Umstände von einer bestimmten Vogelart 1000 Tiere umgekommen sind. Das aber ist, ebenso wie bei den Fischkrankheiten, kaum möglich, da zu viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Sicher ist, dass die Vögel auf jeden Fall Schäden durch im Meer enthaltene Giftstoffe davontragen. Wie und wann sie zum Ausbruch kommen, kann bisher niemand sagen. Ist erst einmal eine Vogelart vom Aussterben bedroht, wird eine Rettung kaum noch möglich sein, da die Lebensbedingungen für diese Tiere nicht von heute auf morgen schlagartig zu verbessern sind. Ähnlich verhält es sich mit den Verlusten durch eine kleinere Ölpest. Jedes Jahr wird eine Unzahl verölter Seevögel angetrieben, ohne dass dies bisher zu einer deutlichen Verringerung der Bestände geführt hätte. Es kann auch hier so sein, dass ganz plötzlich, sei es durch eine akute Tankerkatastrophe, sei es durch langfristige Verschmutzungsauswirkungen, der Bestand »umkippt« und auf Dauer nicht mehr existieren kann. Diese langfristige Schädigung liegt sehr nahe, da zum Beispiel die Trottellumme über 40 Jahre alt werden kann. Solange nämlich noch genügend gesunde Altvögel vorhanden sind, wird auch noch ausreichend gesunder Nachwuchs auf die Welt gebracht. Diese Tiere aber finden schon von Geburt an eine schlechte Nahrungsqualität vor, ohne dass es möglicherweise auch hier zu sichtbaren Schädigungen führen muss. Das »Umkippen« kann sich erst in der vierten oder fünften Generation einstellen, oder noch später.</p>
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		<title>Nordsee Küstengebiete</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 12:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An unseren Nordsee-Küstengebieten findet stellenweise ein recht erheblicher Interessenkonflikt zwischen Tier und Mensch statt: Einerseits besteht kein Zweifel daran, daß die See- und Küstenvögel durch die mannigfache Bedrohung, die immer schlechter werdende Qualität ihrer Nahrung und durch die Einengung ihrer Brutplätze, z. B. durch Eindeichung, vom Menschen jeden nur möglichen Schutz verdienen. Andererseits steht natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">An unseren Nordsee-Küstengebieten findet stellenweise ein recht erheblicher Interessenkonflikt zwischen Tier und Mensch statt: Einerseits besteht kein Zweifel daran, daß die See- und Küstenvögel durch die mannigfache Bedrohung, die immer schlechter werdende Qualität ihrer Nahrung und durch die Einengung ihrer Brutplätze, z. B. durch Eindeichung, vom Menschen jeden nur möglichen Schutz verdienen. Andererseits steht natürlich den Menschen das Recht zu,<span id="more-995"></span> in diesen Regionen Erholung und Entspannung zu suchen. Wer einmal mit einem Sportboot an der Nordseeküste Urlaub gemacht hat, mit einer Segelyacht zwischen den Nord-, Ost- und Westfriesischen Inseln umhergekreuzt ist, der weiß, welch eine einmalig schöne Landschaft hier anzutreffen ist, welch eine Idylle die zahllosen kleinen Häfen zu bieten haben und welchen enormen Erholungswert diese Küstengebiete besitzen.<br />
Die menschenscheuen Vögel weichen immer mehr vor dem in der letzten Zeit gewaltig angewachsenen Tourismus an der deutschen Nordseeküste zurück. Spaziergänger mit Hunden, Reiter und auch Wanderer haben bewirkt, daß die Vögel in einigen Gebieten überhaupt nicht mehr zur Ruhe gekommen sind. Sie haben dann diese Unruhegebiete verlassen, ganz besonders zur Brutzeit. Haben sich die Vögel erst einmal aus einem Gebiet zurückgezogen, weil es dort zu unruhig war, dauert es manchmal Jahre, bis sie zögernd wieder Platz greifen, aber auch nur dann, wenn dort wieder absolute Stille herrscht. Segler und Motorbootfahrer sind, wie Fußgänger und Autos, auf ihre Wege, auf das Fahrwasser und die Priele angewiesen. Die ständig zunehmende Gemeinde der Windsurfer gelangt jedoch mit ihren Brettern selbst in die entlegensten Winkel der Wattgebiete. Sie sind damit für die Vögel zu einem zunehmenden Beunruhigungsfaktor geworden. Mit ihren flachen Brettern rutschen sie an jede Sand- und Schilfbank heran und stören damit vor allem die brütenden Vögel.<br />
Verglichen mit dem, was den Vögeln früher an Raum zur Verfügung stand, sind die heute ausgewiesenen Naturschutzgebiete verschwindend klein. Außerdem sind diese verbliebenen Reservate durch die Wirkung des Küstentourismus so stark belastet, daß sie sehr an Wert verloren haben. Es ist deutlich festzustellen, daß der Bestand an Vögeln durch Verlust an Lebensraum abgenommen hat, sowohl direkt durch Bebauung als auch indirekt durch die Auswirkungen des Tourismus. Dazu Dr. Vauk: »Diesen Interessenkonflikt wird kein vernünftiger Naturschützer leugnen. Das Problem liegt auch nicht darin, daß Vögel verschwunden sind, das ist für mich als Biologe zweitrangig. Man muß da unterscheiden zwischen dem rein emotionalen Vogelschutz und dem wissenschaftlich gelenkten Vogelschutz. Wir gehen davon aus, daß der Erholungswert stark sinkt wenn ein bestimmter Küstenstrich so bebaut wird, daß kein natürlicher Lebensraum mehr vorhanden ist. Dann können die Leute auch gleich zu Hause bleiben. Ob sie in einer Betonburg in Hamburg auf dem Balkon sitzen oder an der Nordsee, das ist egal.« Daß wir heute nicht mehr davon ausgehen können, daß wir die Natur für den Menschen schützen, sondern in vielen Gebieten die Natur vor dem Menschen schützen müssen, ist für Dr. Vauk eine der fraglichen »Errungenschaften« moderner Industriegesellschaften. Wörtlich: »Natürlich versuchen wir, den Menschen in die Natur mit einzubeziehen und mit einer gewissen Einsicht des Menschen geht das auch. Ich denke da beispielsweise an den Hauke-Haien-Koog in Nordfriesland, den wir betreuen: Die Straße und der Deich bleiben dort frei begehbar, von dort können sie alles sehen. Und wenn die Menschen mit dem Auto kommen und sich auf die vorgesehenen Parkplätze stellen und nicht ans dem Auto aussteigen und keinen Lärm machen, dann wandern die Graugänse fünf Meter vor ihrem Auto entlang. Dann gibt es natürlich noch Gebiete, für die man ein absolutes Verbot erlassen muß, die niemand mehr betreten darf. Das ist notwendig, um überhaupt noch irgend etwas zu erhalten. Denn eine Küste ganz ohne Vögel würde den Erholungswert erheblich herabsetzen. Als Beispiel möchte ich Helgoland anführen.</p>
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		<title>Bestand der Seevögel</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 15:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl der Bestand an Seevögeln gegenwärtig also noch relativ stabil ist, gehen einige Arten doch langsam aber kontinuierlich zurück. Dazu Dr. Gottfried Vauk, Leiter der Vogelwarte auf Helgoland: »Soweit wir das hier überblicken können, nimmt der Seevogelbestand nicht ab. An der Küste gibt es gewisse Arten, die zurückgehen, was aber mit Sicherheit nicht auf das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Obwohl der Bestand an Seevögeln gegenwärtig also noch relativ stabil ist, gehen einige Arten doch langsam aber kontinuierlich zurück. Dazu Dr. Gottfried Vauk, Leiter der Vogelwarte auf Helgoland: »Soweit wir das hier überblicken können, nimmt der Seevogelbestand nicht ab. An der Küste gibt es gewisse Arten, die zurückgehen, was aber mit Sicherheit nicht auf das Öl zurückzu- führen ist. Die Seeschwalbe zum Beispiel nimmt an der Küste ab,<span id="more-990"></span> weil ihre angestammten Brutplätze verlorengehen. Darauf hat der Tourismus einen außerordentlich starken Einfluß. Außerdem spielen hier wahrscheinlich DDT, Pestizide und Schwermetalle auch noch eine Rolle, aber das wissen wir nicht genau. Auch unsere Hochseevögel auf Helgoland nehmen derzeit nicht ab, obwohl sie stark mit DDT und Schwermetallen belastet sind. Warum das so ist, können wir nicht sagen. Wir beobachten sie nur und warnen immer wieder. Denn wenn es einmal soweit ist, daß der Vogelbestand deutlich sinkt, ist es wahrscheinlich schon zu spät. Jede Vogelart reagiert verschieden auf Pestizide. Der Seeadler reagiert auf Verschmutzungen schon sehr viel eher als zum Beispiel die Möwe. Wenn es aber einmal soweit ist, daß eine Vogelart rapide abnimmt, wie es beim Seeadler der Fall ist, ist diese Art kaum noch zu retten. Es ist für uns ungeheuer schwierig, bestimmte Entwicklungen bei den Seevögeln vorauszusehen. Wir können niemals sagen, wann eine Vogelart bei kontinuierlicher Verschmutzung eingehen wird. Das hängt mit sehr vielen Faktoren zusammen. Möglicherweise treten die Folgen eines bestimmten, ins Meer eingeleiteten Giftstoffes bei einer gewissen Vogelart erst in der fünften, sechsten oder siebten Generation auf, dann könnten diese Auswirkungen allerdings verheerend sein. Jede Vogelart reagiert zudem anders auf Verschmutzungen, weil die Vögel unterschiedliche Stoffwechsel haben. Die eine Art reagiert schneller, die andere langsamer auf Schadstoffe. Sicher wäre es möglich, diese Dinge genau zu erforschen, doch erfordert dies viel Zeit und Aufwand. überdies gilt das Prinzip: Schutz geht vor Wissenschaft. Wir lassen die Vögel also lieber in Ruhe, als daß wir sie für irgendwelche fragwürdigen Versuche mißbrauchen und stören, nur um ebenso fragwürdige wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Was die Ölpest anbelangt, so wird man einen Schaden erst dann merken, wenn eine Brutpopulation direkt betroffen wird. Ein Ölteppich von einigen hundert Quadratmetern vor Helgoland würde genügen, um diese gesellig lebenden Tiere (die Lummen und Tordalken) samt und sonders den Öltod sterben zu lassen. Daß die Brut dabei ebenfalls draufgeht, ist uns allen klar. Zum Glück haben wir diesen Fall vor der Insel Helgoland noch nicht gehabt. Dasselbe gilt für andere Brutvogelarten der deutschen Küste.«</p>
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		<title>Die Rettung</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 05:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Rettung von Seevögeln, die vom Öl angegriffen sind, ist nicht  möglich. Es sind außerordentlich menschenscheue Tiere, die, wenn sie  könnten, auch ihre Eier noch aufs Wasser legten. Gelangt nun ein  verölter Seevogel doch außerhalb der Brutzeit an die Küste, und kann man  ihn dann obendrein noch einfangen, so kann man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Rettung von Seevögeln, die vom Öl angegriffen sind, ist nicht  möglich. Es sind außerordentlich menschenscheue Tiere, die, wenn sie  könnten, auch ihre Eier noch aufs Wasser legten. Gelangt nun ein  verölter Seevogel doch außerhalb der Brutzeit an die Küste, und kann man  ihn dann obendrein noch einfangen, so kann man sicher sein, daß dieser  Vogel nicht mehr lange zu Leben hat. Schon kleine, pfenniggroße Flecken  können die Ursache sein. Selbst eine minimale Menge Öl, die der Vogel  beim Putzen seines Gefieders schluckt, reicht aus, um den Magen- und  Darmtrakt verdauungsunfähig zu machen. <span id="more-992"></span>So traurig es ist: Vogelverölung  zählt heute zum Nordsee-Alltag. Seevögel sind sehr sozial lebende Tiere. Sie treten oft in größeren  Gruppen auf. Daher sind meistens nicht nur ein oder zwei, sondern meist  Hunderte von Vögeln vom sicheren Tod bedroht. Von dieser schleichenden  Ölpest sind in der Nordsee hauptsächlich die Trottellumme und die  Dreizehenmöwe betroffen. An der Küste, im Wattgebiet, sind es die  Tauchenten (Eiderenten, Trauerenten), die den größten Schaden erleiden. Aber nicht nur das Öl bedroht das Leben unserer Vogelwelt. Die  allgemeine Verunreinigung des Nordseewassers betrifft die Vögel ebenso  wie die Fische. Sie leben von Tieren, deren Organismus mit  Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet ist. Diese Schadstoffe  gelangen in den Vogelkörper, was einerseits zu Schwächungen von Leber  und Niere führt, andererseits aber auch bestimmte Verhaltensweisen, wie  zum Beispiel die Fortpflanzung, beeinträchtigen kann. Weiterhin können  die Schmutzbelastungen dazu führen, daß die Schale der gelegten Eier zu  dünn oder brüchig wird. Da der Kalkhaushalt der Tiere empfindlich  gestört ist, werden die Eier nicht mehr richtig ausgebrütet — die Folge:  Der Nachwuchs bleibt entweder ganz aus oder es werden weniger Vögel  ausgebrütet als zuvor. Diese indirekten Ver- schmutzungswirkungen kommen  sehr viel häufiger vor, als die akute Ölverseuchung der Vögel. Trotzdem geht der Bestand an Seevögeln zur Zeit noch nicht bemerkenswert  zurück, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen reagieren die Vögel sehr  unterschiedlich auf Schadstoffe und zum anderen gibt es in der Nordsee  noch so viele Vögel, daß die Zahl derer, die durch die  Verschmutzungsfolgen umkommen, noch keine wesentliche  Bestandsverminderung darstellt. Schnell sichtbar und meßbar kann eine Verringerung der Bestände nur dann  eintreten, wenn irgendwo an einer bestimmten Stelle Öl oder ein  anderer Schadstoff konzentriert auftritt und möglicherweise eine ganze  Brutpopulation betroffen ist, wie zum Beispiel bei den großen  Tankerunfällen im Englischen Kanal. Wenn man aber die Nordsee insgesamt  betrachtet, läßt sich eine Dezimierung der Bestände nur sehr schwach  feststellen. Die Seevögel von Grönland bis zum Beringmeer sammeln sich  im Winter in den gemäßigten Breiten, weil es ihnen dann im Norden zu  kalt ist. Während des Winters sterben von der einen Population  vielleicht 50, von einer anderen vielleicht 100 durch Öl oder andere  Schadstoffe. Die ganze Art aber ist viele tausend Tiere stark. Eine  erkennbare Verringerung der Bestände läßt sich daher kaum bestimmen.</p>
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