Das Högklint erreicht man, wenn man kurz hinter Visby von der Straße 140 in den entsprechend ausgeschilderten Weg nach rechts einbiegt. Dieser führt auf einer schmalen und kurvenreichen Straße, die aber immer nach “Högklint” ausgeschildert ist, nach ca. 3 km zu einem Parkplatz am Rande des Högklint-Naturschutzgebietes. Eine  der größeren Grotten am Klippenhang wird Räuber-Liljas-Höhle (Rövar Liljas häla) genannt, da sie einst gelegentlicher Zufluchtsort des Räubers Jonas Nilsson Lilja aus Smäland gewesen ist. Dieser wurde 1710 geboren und machte sich schon in jungen Jahren als Gesetzesbrecher bekannt. Von der Exekutive verfolgt, flüchtete er auf die Insel, wo er sich als gemeiner Soldat vom gotländischen Artilleriebataillon, das damals kaum Rekruten gewinnen konnte, anwerben ließ. Es dauerte aber nicht lange, bis er wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet und 1754 zum Tode durch Hängen verurteilt wurde. Seine Strafe wurde allerdings in lebenslängliche Haft umgewandelt. Er starb schließlich an Skorbut in der Festung Carlsten in Marstrand. Die Erinnerung an ihn ist aber weiterhin mit dieser Klippenpartie verbunden. Außerhalb des Naturschutzgebietes befindet sich eine recht große Anzahl im Wald verstreut liegender Sommerhäuser. Vergleicht man die Westküste mit derjenigen im Osten, so erkennt man einen deutlich anderen Charakter. Im Profil betrachtet, scheint die Insel von Westen nach Osten umgekippt zu sein. Die Ostküste ist flach, buchtenreich und mit vielen kleineren Häfen und ausgedehnten Sandstränden versehen, die sich gewöhnlich dort gebildet haben, wo mehr oder weniger große Bäche aus dem Inselinnern ihre feinkörnigen Sedimente abgelagert haben. Kleinere Nehrungen und Lagunen sind allenthalben anzutreffen, was besonders für die Tjäldervik (ca. 10 km südlich von Slite) eilt. Hier mündet der längste Wasserlauf Gotlands, Gothemsän; es gibt hier sehr schöne Bademöglichkeiten an einem meist flachen Sandstrand. Oft reichen Wälder und Wiesen bis direkt an das Wasser. Auch die Ostküste besitzt viele schöne Raukargebiete, die hier allerdings durch ihre Kontrastierung der sanften Landschaft weit besser zur Geltung kommen als an der Westküste, wo sie einer schon dramatischen Küstenformation “nur” eine letzte Ausprägung geben.

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