Daß die Klärschlammverklappung der Stadt Hamburg nicht mehr in diesem Gebiet, sondern im Atlantik vorgenommen wird, heißt noch lange nicht, daß keine Klärschlämme mehr in die Nordsee eingeleitet werden. Zahlreiche Rohre von Klärwerken münden weiterhin in die Nordsee und ergießen mehr oder weniger gut geklärte Abwässer in die See. Was die Eindeichungen betrifft, kann man sehr wohl der Meinung sein, daß sich bald etwas ändern wird, eben weil man hier gezielt auf die Planung einwirken kann. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge kann man davon ausgehen, daß die Nordstrander Bucht wohl nicht abgedeicht werden wird, weil einfach alle Indizien dagegen sprechen. Nicht zuletzt die finanzielle Situation des Bundes, der ja immerhin 70 % der Deichbaukosten trägt. Mehrfach sind hier Mittelkürzungen vorgenommen worden, aber dennoch hält die Landesregierung an ihrer Planung fest, und um dieses Eindeichungsprojekt doch noch zu realisieren, werden andere Mittel, zum Beispiel für die Erhöhung der bestehenden Deiche, nicht ausgegeben. Man muß hieraus der Landesregierung von Schleswig-Holstein einen konkreten Vorwurf machen, da die Menschen hinter den Deichen in Zukunft den Schutz der erhöhten Deiche entbehren müssen, nur weil die Landesregierung hier so etwas wie ein Prestigeobjekt verfolgt.«

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