Wir radeln auf der Piet Heinkade bis zur ersten Unterführung, überqueren die Dijksgracht und befinden uns auf dem Eiland Kattenburg, dem sich noch zwei weitere künstliche Inseln anschließen: Wittenburg und Oostenburg. Nun sind wir im Gebiet der alten Schiffszimmereien und Zeughäuser der Kriegs- und Handelsflotte von Amsterdam. Hinter militärischen Backsteinanbauten aus dem 18. Jahrhundert taucht rechts das ehemalige Arsenal der Admiralität auf, heute Hollands wichtigstes schiffahrtshistorisches Museum. Im Wasser dümpelt eine Replik des Ostindienfahrers »Amsterdam« von 1749. Auf dem kleinen Platz steht links hinter  Bäumen eine Zeile hübscher Giebelhäuser. Wir setzen unsere Tour durch Kattenburgergracht — Wittenburgerstraat — Dostenburgergracht fort hier, Nr. 75-79, restaurierte Front der Tauwerkfabrik, Reeperbahn, der Ostindischen Kompanie, mit dem Admiralitätsvvappen im Feston. Rechts liegt das Hafenbecken Nieuwe Vaart mit Wohnbooten und links die Oosterkerk (Ostkirche), die schon bald nach ihrem Bau (um 1670) in den Boden sackte und mühsam verankert werden mußte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers sehen wir eine historische Schiffswerft. Am Ende der 0ostenburgergracht steht die Windmühle »Fune« (1660-82). Sie erhob sich ursprünglich auf der gleichnamigen kleinen Insel in der Hafenmündung und diente der Sägerei der Vereinigten Ostindischen Kompanie. Wir biegen rechts ab, überqueren die Nieuwe Vaart, sehen links ein altes Zeughaus der bewaffneten Handelsgesellschaft und gelangen (rechts) in die Straße Hoogte Kadijk. Dort führt ein Gittertor zu der alten, aber intakten Schiffswerft ‘t Kromhout. Wir sind hier im »Amsterdamer East End«. Auf der linken Straßenseite hat der Renovierbaumeister Joop van Stigt eine endlose Reihe trister Speicherhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert in 500 interessante Wohnungen verwandelt, die teilweise an Innengängen liegen. Durch die Fenster sieht man noch das alte Balkenwerk. Zu den Bewohnern gehört ein Dutzend Künstler. Wir schlendern mit dem Rad durch eine Passage des Häuserblocks auf das dahinterliegende Entrepotdok, dessen schmales Schutenbecken an den Tierpark »Artis« grenzt. Wir radeln von der Entrepotdokkade durch ein Tor aus der napoleonischen Zeit, überqueren das Brückchen der Schippersgracht und folgen dem Ufer bis zur Anne Frankstraat, die nur zwei Hausnummern hat. Inzwischen sind wir in der ehemaligen »Jodenbuurt«, wo sich seit Ende des 16. Jahrhunderts zunächst sephardische (portugiesische) und später aschkenasische (ost- und mitteleuropäische) Juden niedergelassen haben.

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