In der Hauptstadt Thailands ist seit über 200 Jahren das Königshaus beheimatet; hier konzentrieren sich Verwaltung, Handel und Industrie. Bangkok ist gleichzeitig kultureller Mittelpunkt und Bildungszentrum des Landes. Als der Ort 1782 plötzlich zur Königsstadt wurde, gab man ihm den Namen „Krung Thep”, „Stadt der Engel”. Sie liegt am linken (Ost-)Ufer des Chao Phya, an dessen rechtem (West-)Ufer Thonburi gelegen ist, 33 km nördlich der Einmündung des Flusses in den Golf von Thailand. Der Fluß bot einen natürlichen
Verteidigungsschutz gegen Westen, eine 10 m hohe, mit Zinnen gekrönte Stadtmauer wurde als Schutz gegen Osten erbaut. Kern der Innenstadt ist der Königspalast mit dem Wat Phra Keo. Von hier aus wurden in den sumpfigen Boden radiale und konzentrische Kanäle ( Klongs) gegraben, die als Verkehrswege dienten und Bangkok den Namen „Venedig des Ostens” gaben. Bangkok ist eine wachsende Großstadt, kaum mehr als 200 Jahre alt und doch größer als jede europäische Metropole. Die moderne Großstadt, die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz lockt viele Dorfbewohner in die Stadt, in der mittlerweile bereits mehr als 10 % der thailändischen Bevölkerung leben — weit über 5 Mio. Menschen. Doch daraus resultieren Probleme: Die Armut der Slumbewohner mag dem Touristen verborgen bleiben, doch unter der hohen Luftverschmutzung wird er bestimmt leiden. Chao Phya Chakri, an der Ermordung seines Vorgängers Tak Sin beteiligt, hielt es für ein böses Omen, in dessen Residenz Thonburi zu verbleiben; er entschloß sich, eine neue Hauptstadt am gegenüberliegenden Ufer zu gründen. In der Flußschleife des Chao Phya, auf einer kleinen Erhebung, wohnten chinesische Händler. Hier ließ Chakri, als König Rama I., den Königspalast errichten. Die chinesischen Händler siedelte er nach Sampeng um, das bis heute das Chinesenviertel Bangkoks blieb. Unter Rama II. (1809— 1824) und Rama III. (1824—
1851) stieg die Einwohnerzahl der Königsstadt ständig, so daß schon bald der Platz innerhalb der Stadtmauern zu eng wurde. Unter Rama IV. (1851 — 1868) wurden Stadterweiterungen vorgenommen und, beeinflußt von seiner westlichen Erziehung, das Land europäischen Händlern geöffnet. Im Stadtbild wurde zunehmend westlicher Einfluß bemerkbar. Die ersten Straßen entstanden für die Handelskontore entlang des Flusses. Mehr und mehr Kanäle wurden im Laufe der Zeit zugeschüttet und in breite Straßen verwandelt, die alten Holzhäuser auf Pfählen verschwanden aus dem Stadtbild. Auch wenn Thailand niemals unter die Kolonialherrschaft eines Landes geriet, erhielt Bangkok unter dem Einfluß des Handels ein kosmopolitisches Gepräge.

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