Der Südteil des Landes umfaßt wie die ungleich langen Scheren eines Krebses den Golf von Thailand (Siam). Die West- Küste reicht mit etwa 1500 km weit in die Halbinsel Malacca hinein. Im Süden grenzt Thailand mit seiner einzigen, für ausländische Touristen offenen Landesgrenze an den muslimischen Staat Malaysia. Doch auch bereits diesseits der Grenze sind deutliche islamische Einflüsse spürbar.
Im Westen wird der auf der Halbinsel liegende Landesteil teilweise von der Union von Myanmar begrenzt. So hat Thailand an seiner schmalsten Stelle eine Breite von nur 13 km. Stärker als in allen anderen Landesteilen liegt der Süden im Einflußbereich des tropischen Klimas. Hier fallen viel mehr Niederschläge als in den nördlichen Provinzen. Der westliche Teil der Halbinsel (Phuket) erhält während der europäischen Sommermonate und der östliche (Nakhon Si Thammarat, Songkhla) während der europäischen Wintermonate die höchsten Niederschlagsmengen, so daß diese Zeiten nicht als Reisezeit geeignet sind. Die Küstenlinien werden landwirtschaftlich genutzt. Überall findet man Kokospalmen, Gummibäume, Tapioka-, Zuckerrohr-, Gewürz- und Ananasplantagen. Im Landesinneren sind noch einige Berge von tropischem Dschungel bedeckt. Naßreisanbau fehlt in dieser Gegend fast völlig. Für eine Stippvisite im Süden empfiehlt sich ein Flug nach Suratthani oder auf die Halbinsel Phuket. Neuerdings gibt es auch Flüge von Bangkok nach Hua Hin und Ko Samui. Von Phuket kann man mit dem Flugzeug weiter in die südthailändische Stadt Haad Yai oder bis Penang in Malaysia fliegen. Wer etwas mehr Zeit hat, und Thailands Vielfalt besser kennenlernen möchte, kann mit dem Expreßzug, Überlandbus oder Mietwagen erlebnisreiche Individualreisen unternehmen. Die Hauptstraße in
Nord-Süd-Richtung ist in gutem Zustand und deutlich ausgeschildert. Die Überquerung des zentralen Gebirgszuges von einer Küste zur anderen auf Nebenstraßen ist auch während der Regenzeit unproblematisch. Überlandbusse fahren vom Southern Bus Terminal in Thonburi, der Schwesterstadt Bangkoks, in alle größeren Orte. Klimatisierte Überlandbusse
fahren nach Nakhon Pathom, Damnoen Saduak, Ratburi, Phetchaburi, Hua Hin, Prachuab Khirikhan, Chumphon, Ranong, Suratthani, Nakhon Si Thammarat, Phuket, Trang und Haad Yai. Züge fahren vom Hauptbahnhof in Bangkok mehrmals täglich über Petchaburi, Hua Hin, Prachuab Khirikhan, Suratthani und Nakhon Si Thammarat Richtung Süden. Ein internationaler Expreßzug fährt täglich über die Grenze weiter nach Butterworth (Penang) in Malaysia. Von dort aus kann man mit Anschlußzügen Kuala Lumpur und Singapur erreichen. Man reist mit der Bahn zwar nicht schneller, dafür aber bequemer als mit dem Bus. Die bei den folgenden Ortsbeschreibungen genannten Kilometerangaben beziehen sich auf die jeweilige Entfernung von Bangkok. Petchaburi (auch Petburi; 35 000 Einw.), 126 km. Edelsteinfunden verdankt die Stadt ihren Namen „Diamantenstadt”. Zu Wohlstand gelangte sie jedoch durch ihren Hafen, der ein wichtiger Umschlagplatz für Waren zwischen Europa, Indien und Ostasien war. König Mongkut ließ auf dem Wang-Berg seine Sommerresidenz im neoklassizistischen Stil mit einem Observatorium errichten. Ein kleines Museum mit Gegenständen aus dem königlichen Besitz wurde in der Haupthalle eingerichtet. Vom Observatorium aus hat man einen herrlichen Rundblick. Im Stadtgebiet gibt es über 30 Tempelanlagen. Hinter dem Markt, am rechten Ufer des Flusses, steht Wat
Yai Suwannaram. Die Innenwände des Bots sind beeindruckend mit Gottheiten und Fabelwesen dekoriert. Die Fresken aus dem 17. Jahrhundert sind gut erhalten. Südlich davon stehen in Wat Kamphaeng Laeng fünf Khmer-Prangs aus dem 12. Jahrhundert. In der Stadt und ihrer Umgebung gibt es mehrere Meditationshöhlen, so Khao Luang (2 km nördlich der
Stadt) oder die Höhlen des Wat Khao Bandai im Westen, am Südhang des gleichnamigen Hügels. 45 km südlich der Stadt, ca. 25 km vor Hua Hin, entstanden am Cha-am-Strand mehrere Hotels.